Die HAWK-Fakultät Gestaltung lädt vom 13. bis 15. Februar zur Werkschau ein

Erscheinungsdatum: 10.02.2026

Sie dürfte inzwischen den Status als Geheimtipp abgegeben haben – die Rede ist von der Winterausgabe der Werkschau der Fakultät Gestaltung der HAWK am Standort Hildesheim. Von Freitag, 13. Februar 2026, bis Sonntag, 15. Februar 2026, zeigt die Hochschule über 100 Abschlussarbeiten aus dem Bachelor- und dem Masterstudiengang Gestaltung. Darüber hinaus nutzen die 800 Studierenden der laut dem Kreativindex des Art Directors Club (ADC) kreativsten Hochschule Deutschlands die Möglichkeit, ihre Ergebnisse aus dem Wintersemester auszustellen.

Alle 5 Gebäude des Campus Weinberg stehen dabei für Ausstellungen und Präsentationen offen – zahlreiche Räume und offene Werkstätten gewähren Einblicke in die praxisnahe Ausbildung. Studieninteressierte können zudem am Samstag, 14. Februar 2026, von 13:00 bis 15:00 Uhr im Hörsaal in Haus A Informationen zu den Gestaltungsstudiengängen erhalten und an Führungen teilnehmen. Der Werkmarkt und kulinarische Angebote runden das Erlebnis ab.

Calvin Müller: Olympische Spiele 2036 in Berlin

Entwicklung eines visuellen Erscheinungsbildes für ein sportliches Großevent

100 Jahre nach den Spielen der Nationalsozialisten könnten erneut Olympische Spiele in Berlin stattfinden. Neben den bedeutsamen gestalterischen Mitteln wie Logo, Typografie und Farben ist hier ein sensibler Umgang mit der Geschichte notwendig, um mit dem Gestaltungsansatz der NS-Propaganda zu brechen. Darum hat Calvin Müller in diesem Projekt ein Konzept entworfen, in dem bunte und dynamische Elemente im Zentrum stehen und damit Weltoffenheit, Diversität und die Identität Berlins repräsentieren.

Prüfende: Prof. Dominika Hasse und Prof. Roman Bittner

Indre Richter: so-vah | solidarisch-vahrenheide

Kommunikationskonzept für eine Stadtteilgewerkschaft

In Vahrenheide, einem Stadtteil von Hannover, zeigen sich soziale und ökonomische Ungleichheiten deutlich. Die Stadtteilgewerkschaft so-vah begegnet individuellen Herausforderungen als Kollektiv mit progressiver Haltung. Durch das flexible Kommunikationskonzept, digital wie analog, kann die lokale Bevölkerung die Initiative aktiv mitgestalten. Die offene und zugängliche Gestaltung auf Basis von Open-Source-Tools stärkt die Teilhabe und den Aufbau tragfähiger Strukturen.

Prüfende: Prof. Dominika Hasse und Prof. Alessio Leonardi

Sitadevi Zonneveld: Embodied.

Dort, wo Leben und Verlust einander begegnen

Trauer ist ein universelles und zugleich individuelles Erleben, das gesellschaftlich häufig marginalisiert wird. Zwischen innerem Empfinden und äußerem Ausdruck entsteht eine Lücke, die einen gestaltenden Zugang notwendig macht. Das Projekt untersucht körperliche Ausdrucksformen von Trauer sowie deren Übersetzung in textile und räumliche Konfigurationen. Design versteht die Arbeit dabei als vermittelnde Praxis, die Emotion, Materialität und Öffentlichkeit in relationale Erfahrungsräume überführt.

Prüfende: Prof. Melanie Isverding und Prof. Franziska Junge

Linda Füchsel: Sichtbar verborgen

"Willkommen in meiner Geheimniskrämerei!"

Linda Füchsel hat nach Geheimnissen gekramt. Ein Geheimnis ist eine Information, die mit Absicht vor mindestens einer Person verborgen wird. Wie lässt sich das Verborgene und Immaterielle eines Geheimnisses gestalterisch sichtbar und erfahrbar machen, ohne dessen Verborgenheit aufzugeben? Das Ziel dabei besteht darin, das Geheimnis als physisches Objekt zu visualisieren. Dafür hat sich Linda Füchsel mit der Materialität von Geheimnissen befasst und im Rahmen einer Rauminstallation Geheimnisobjekte inszeniert.

Prüfende: Prof. Franziska Junge und Lutz John

Marieta Langeani: Loop – individuelles System zur Mülltrennung

Wie wird die Zukunft aussehen? Gefällt sie uns? Können wir sie verändern?

Loop von Marieta Langeani ist Teil einer Reihe wissenschaftlich-kultureller Immersionen in einer Inselgemeinschaft im Südatlantik. In partizipativen und spekulativen Workshops hat sie mögliche Zukünfte der Abfallwirtschaft erforscht. Als Ergebnis entstand ein lokaler, modularer Prototyp zur Mülltrennung aus ausschließlich auf der Insel vorhandenen Kunststoffabfällen. Das Projekt regt eine Reflexion über die Grenzen zwischen Abfall und Wert an: Was ist wirklich Abfall?

Prüfende: Prof. Matthias Ries und Verw.-Prof. Hanna-Lisette Wiesener 

Johann Sebastian Münch: aura – journal pal

Eine KI-gestützte Tagebuch-App für mentale Gesundheit

aura unterstützt Menschen dabei, ihre Gedanken zu ordnen und sich selbst besser kennenzulernen. Die KI-gestützte Tagebuch-App führt in dialogischer Form durch den Schreibprozess und senkt so die Einstiegshürde in eine regelmäßige Tagebuch-, also eine „Journaling-Routine“. Der entwickelte iOS-Prototyp zeigt, wie KI als reflektierendes Gegenüber zum Einsatz kommen kann, um nachhaltig die mentale Gesundheit zu fördern.

Prüfende: Prof. Stefan Wölwer und Vincent Timm 

Miriam Pujiula Buhl: Sicher ist sicher – Das Karten-Bundle

Untersuchung und Umsetzung von Risikokommunikation für Krisen und Katastrophen

Wie gut sind wir auf Krisen und Katastrophen vorbereitet? Die Bedeutung präventiver Maßnahmen und klarer Informationen bei Notfällen ist durch die hybriden Bedrohungslagen durch Mensch und Natur aktueller denn je. Die Karten sensibilisieren für Gefahrensituationen und machen Handlungsfähigkeit möglich. Wer vorbereitet ist, kann im Notfall ruhiger reagieren – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit von Mitmenschen. Denn: Sicher ist sicher.

Prüfende: Prof. Dominika Hasse, Prof. Franziska Junge

Josefine Oppe: Urban Gardening für den Artenschutz

Ein strategisches Branding für ein Urban Gardening Social Start-up

Es gilt, Strategien zu entwickeln, um mit dem Klimawandel zu leben und die Folgen abzumildern. Die selbstentwickelte Marke BEECONY möchte Menschen mit einem starken Community-Faktor zum Gärtnern auf begrenzter, urbaner Fläche motivieren. Dabei gilt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Verzicht, sondern wird als einfaches, ästhetisches und spaßiges Lifestyle-Erlebnis inszeniert. Hierfür führte Josefine Oppe neben der Gestaltung auch eine strategische Marktrecherche, die Positionierung und die Konzeption vor.

Prüfende: Prof. Dominika Hasse und Christoph Lemmer 

Sari Dahle: Cure

Redesign for Circularity: Konzept für eine kreislauffähige Unterarmgehstütze

Warum gehen Unterarmgehstützen meist schon nach kurzer Nutzung in Privateigentum über und werden nicht wiederverwendet? Nach einer Analyse bestehender Hindernisse und Chancen entwickelte Sari Dahle ein kreislauffähiges Geschäftsmodell und gestaltete eine Unterarmgehstütze im Sinne des Universal Designs, die eine einfache Wartung, Reparatur, Demontage und das Recycling möglich macht. Das ganzheitliche Konzept leistet einen konkreten Beitrag zur Förderung von Kreislauffähigkeit im Gesundheitssystem.

Prüfende: Prof. Dr. Sabine Foraita und Verw.-Prof. Hanna-Lisette Wiesener

Wann und wo?

VeranstaltungZeit
VernissageFreitag, 13. Februar
19:00 Uhr
AusstellungSamstag, 14. Februar 
11:00 bis 18:00 Uhr
WerkmarktSamstag, 14. Februar
15:00 bis 18:00 Uhr
AusstellungSonntag, 15. Februar
11:00 bis 18:00 Uhr


Adresse
Campus Weinberg
Renatastraße 11
31134 Hildesheim
Haus A, B, C, D und E