Fachbuch beleuchtet die Rolle der Sozialen Arbeit
Es stellt erstmals die Zusammenhänge zwischen globalen, gesellschaftlichen und individuellen Einflussfaktoren auf die Gesundheit in einem systematischen Modell dar und zeigt auf, welcher Stellenwert der Sozialen Arbeit im interprofessionellen Diskurs um Teilhabe, Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt zukommt. Nicht zuletzt widmet sich Gehr in ihrem Buch der Fragestellung, warum Gesundheitsförderung und der Schutz der Demokratie eng miteinander verquickt sind. Das Kompendium richtet sich an Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Studierende sowie wissenschaftliche Kräfte und Interessierte aus den Bereichen Gesundheitswesen, Public Health und Sozialpolitik. Es verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praxisnahen Beispielen und bietet eine systematische Orientierung für Forschung, Lehre und berufliche Praxis.
Gesundheit für vier Themenkomplexe verständlich dargestellt
Das Buch beschreibt Gesundheit als Ergebnis miteinander verflochtener Entwicklungen für vier Themenkomplexe: planetare Gesundheit, öffentliche Gesundheit, gesunde Lebenswelten im kommunalen Bereich sowie psychosoziale Gesundheit und Lebensqualität des Individuums. Diese Ebenen verknüpft die Publikation im neu entwickelten „Modell Gesundheitsfördernde Soziale Arbeit“ (MoGS) miteinander und stellt sie durchweg grafisch nachvollziehbar dar.
Soziale Arbeit als Gesundheitsberuf
Ein Schwerpunkt des Buches liegt auf der Bedeutung der Sozialen Arbeit für Gesundheitsförderung, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Nach Angaben der Autorin leisten in Deutschland rund 350.000 Sozialarbeitende einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Gesundheit. „Die gesundheitsfördernde Soziale Arbeit hat das Potenzial, soziale Ungleichheit abzubauen und besonders Menschen in vulnerablen Lebenslagen zu ihrem Recht auf Gesundheit zu verhelfen. Ihr Einfluss auf die Gesundheit der Menschen ist traditionell enorm – nur dies bislang versteckt hinter Begriffen wie Armut, soziale Ungleichheit oder Bildungsungerechtigkeit“, sagt Prof. Dr. Sinje Gehr.
Darüber hinaus zeigt das Buch auf, wie eng Gesundheitsförderung und demokratische Teilhabe miteinander verbunden sind. Es beschreibt, welchen Beitrag die Soziale Arbeit leistet, um soziale und gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Der bekannte deutsche Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hurrelmann fasst die Bedeutung des Buches für die Fachwelt zusammen: „Der Band zeigt eindrücklich: Gesundheitsfördernde Soziale Arbeit ist nicht ein Randbereich, sondern ein Fundament sozialer Gerechtigkeit, sozialer Teilhabe und demokratischer Stabilität. Sie ist eine Profession, die in einer Krisengesellschaft unverzichtbar geworden ist.“
Das Werk ist im Hogrefe Verlag erschienen und kostet 68 Euro.
Hintergrund
Prof. Dr. Sinje Gehr ist Professorin für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen am Gesundheitscampus Göttingen (GCG). Sie promovierte im Fach Medizinwissenschaften an der Charité und ist staatlich anerkannte Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin. Sie lehrt im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit im Gesundheitswesen und im Masterstudiengang Gesundheit und Innovation in der Sozialen Arbeit am Gesundheitscampus Göttingen.
Der GCG ist eine Kooperation der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Organisatorisch ist er der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit zugeordnet und befindet sich im Göttinger Sartoriusquartier in der Annastraße 25. Hier bietet der GCG Bachelor- und Masterstudiengänge, zum Teil dual, im Bereich der Pflege, der Therapiewissenschaften (Physio- und Logopädie), in der Hebammenwissenschaft, der Sozialen Arbeit und der Orthobionik an. Der Studiengang Medizintechnik komplettiert das Angebot.
Die Fakultät verfügt neben dem Fachbereich Gesundheit auch über den Fachbereich Ingenieurwissenschaf¬ten. Die Fakultät bildet den akademischen Nachwuchs für die Region aus – der Vorteil: praxisnah und fachübergreifend. Viele modern ausgestattete Fachlabore und Forschungseinrichtungen, Werkstätten und Hörsäle machen die beiden Standorte zu einem attraktiven Lernort. Die Fakultät gehört zu den zehn forschungsstärksten Einrichtungen dieser Art in ganz Deutschland. Insgesamt studieren hier rund 1.200 junge Menschen.
Der nächste Masterstudiengang Gesundheit und Innovation in der Sozialen Arbeit startet zum Sommersemester 2027 am Gesundheitscampus Göttingen.
Bildunterschrift Fachbuch „Kompendium Gesundheitsfördernde Soziale Arbeit“:
Das „Kompendium Gesundheitsfördernde Soziale Arbeit“ ist kürzlich im Hogrefe Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich. Das Foto zeigt Sinje Gehr in Berlin-Schöneberg vor dem Pestalozzi-Fröbel-Haus, dem Ort, wo Alice Salomon als Wegbereiterin der Sozialen Arbeit im Jahr 1908 die „Soziale Frauenschule“, heute Alice Salomon Hochschule Berlin, gegründet hat. (Foto: HAWK)