Im Diagramm sind die gemessenen Nachhallzeiten in Sekunden (Y-Achse) je Frequenz in Hz (X-Achse) aufgetragen und der „Soll-Nachhallzeit“ gegenübergestellt. Unter Betrachtung der vorliegenden Differenz zwischen Soll (rot gestrichelt) und der ursprünglich vorhandenen Nachhallzeit (blaue Kurve) wurden unter Beratung des IPFB e.V. geeignete Absorber bestimmt. Diese wurden aus den Beständen des Labors für Bauphysik zur Verfügung gestellt und teilweise neu beschafft. In diesem Zug kam ein spezieller Plattenschwinger-Absorber zum Einsatz, der im Wintersemester 24/25 im Labor für Bauphysik im Rahmen einer Masterarbeit von einem Studenten entwickelt und erprobt worden war. Dieses System wurde weiter optimiert und an die spezifischen Bedürfnisse des Besprechungsraums angepasst. Zudem wurden noch poröse Absorber an den Wänden und sog. Bassfallen in zwei Ecken eingebracht.
Das Ergebnis dieser Maßnahmen ist in der im Diagramm nach unten abschließenden Kurve in Gelb mit den aktuellen Nachhallzeiten des Raums zu erkennen. Die Kurven im Zwischenbereich sind die einzelnen Absorptionsmaßnahmen nach Stufen eingeteilt.
Mehrere Bereiche der HAWK haben interdisziplinär an der Entwicklung eines geeigneten raumakustischen Konzepts für einen Besprechungsraum im Präsidium gearbeitet und dieses umgesetzt.
Sprachverständlichkeit als Bedingung guter Gespräche und gelingender Kommunikation
Das Labor für Bauphysik und das Gebäudemanagement der HAWK haben gemeinschaftlich die raumakustische Optimierung des Konferenzraums realisiert und dabei die praxisnahen Lösungsansätze einer bereits bestehenden Masterthesis erfolgreich angewendet. Beratend tätig war Dipl.-Ing. Thomas Steinbrecher, Institut für Prüfung und Forschung im Bauwesen (IPFB e.V.) und Lehrbeauftragter der HAWK.
Die Masterthesis von Frédéric Tollemer mit dem Thema "Entwicklung raumakustischer Elemente auf der Basis rechnerischer und messtechnischer Untersuchungen zum Absorptionsverhalten" aus dem Wintersemester 2024/25, wurde von Prof. Dr.-Ing. Martin Schäfers (HAWK) und von Dipl.-Ing. Guido Dietze (Dietze Akustik und Bauphysik) betreut und geprüft.
Probleme mit unzureichender Raumakustik
Eine wesentliche Kenngröße in der Raumakustik ist die Nachhallzeit eines Raums. Bei zu langen Nachhallzeiten kann ein Raum schnell hallig wirken. Dies geht mit einer negativen Beeinflussung der Sprachverständlichkeit und damit der Kommunikation der Nutzenden einher. Eine Möglichkeit, die Nachhallzeit auf ein für die Sprachverständlichkeit zielführendes Maß abzusenken, besteht in der Anordnung von Materialien, die in der Lage sind Schall aufzunehmen, genauer gesagt zu absorbieren.
Akustik schlecht, was nun?
Fazit
Die reduzierten Nachhallzeiten bewirken eine deutliche Steigerung der Sprachverständlichkeit und somit der Gesprächsqualität. Die Ergebnisse sind bislang nicht perfekt, doch vor dem Hintergrund der begrenzten Möglichkeiten, Absorber in den Raum zu integrieren hinreichend gut.
Als weitere Option, könnte noch die Decke mit absorbierendem Material bestückt werden. Dies würde im Frequenzbereich der menschlichen Stimme eine zusätzliche Verbesserung bewirken.
Eckdaten zum Projekt
Studiengänge
M.Eng. Bauingenieurwesen
Mitwirkende:
Labor für Bauphysik und Gebäudemanagement der HAWK
Dipl.-Ing. Thomas Steinbrecher, Institut für Prüfung und Forschung im Bauwesen (IPFB e.V.) und Lehrbeauftragter der HAWK
Frédéric Tollemer, Masterthesis "Entwicklung raumakustischer Elemente auf der Basis rechnerischer und messtechnischer Untersuchungen zum Absorptionsverhalten, HAWK, Wintersemester 2024/25
Erstprüfer: Prof. Dr.-Ing. Martin Schäfers, HAWK
Zweitprüfer: Dipl.-Ing. Guido Dietze (Dietze Akustik und Bauphysik)
Zeitraum
Wintersemester 2024/25 bis SoSe2026
Ziel
Ein geeignetes raumakustisches Konzept für einen Besprechungsraum erarbeiten und umsetzen